annemarie
Freitag, 16. März 2018
noch niemals war ich so zufrieden,
denn ich habe etwas bestimmtes verloren.

müde bin ich, fast schon wieder ausgebrannt;
nach dem begleiten von ladyr r. während ihres kalten entzugs, verschlechterte sich
dann leider doch ihr zustand.
pflege, organisation und viel rennerei zu all den docs und ämtern.
sorge um sie, die sorge um ma, die sorge um herrn katz, beinah hätte ich
mich und meinen körper vergessen.
spätfolgen des unfalls plagen mich, besonders in den
endgliedern der finger und füße.
aufgrund der gabe von cbd-öl an lady r., um ihre parkinsonsymptome zu entkräften, wurde ich neugierig und testete es an mir.
mit einem wunderbaren ergebnis.
schmerzminderung, durchschlafen und mehr entspanntheit.
trotz dem saß ich da und wußte oft nicht, wie ich alles hinbekommen könnte.
ich knirschte tagsüber mit den zähnen, so stark WOLLTE ICH UNBEDINGT
ALLES UND ZWAR SOFORT SCHAFFEN.

da platzte vorgestern mit einem kleinen >plopp< ein verhedderter gedankenstrang
und ich lehnte mich als neue annemarie zufrieden in meinem stuhl zurück.
mein wille.
was für ein ausgeprägtes gebilde an härte und kraft.
durch mein bisheriges leben war er enorm und dirigierte mich stets.
gut, es ging zu oft um mein überleben; so oft, daß ich erwartete, es ginge
immer um mein überleben.
er führte ein eigenleben, er füllte mich aus und er war die nummer eins.
das ist vorbei.
ich mag nichts mehr erzwingen, mit aller kraft anstreben und alles andere
ausser acht lassen.
es ist genug.
gekämpft.

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Mittwoch, 21. Februar 2018
wir fliegen nicht wir schweben nicht
es ist eher ein gleiten
und meine wimpern knischen
meine zehen spreizen sich wie junge dinger
und so werde ich getragen
ganz ohne angst mit einem glücksgefühl
und doch brechen mir die wimpern

eine jede für einen von euch

laßt ihr mich los falle ich
langsam weich in buntes
und meine zehen sind ganz die alten

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Freitag, 15. Dezember 2017
ruhe friedvoll
auch wenn wissen vorher im denken stand
hat das gefühl keinerlei hemmung sich vorzudrängeln.
du hast wochen, elend lange wochen gebraucht,
es war eine qual.
deine stimme mit ihrem besonderen dunklem timbre höre ich nun nur noch
in mir.
 
 
 
tantchen
losgelöst am 13.12.2017

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Mittwoch, 22. November 2017
I found my freedom
in roy orbinsons songs....

beim ausräumen meines kleiderschranks fand ich ein unberührtes fach,
ganz oben, ganz hinten.
handtaschen.
ich und handtaschen?
weg damit, auch wenn einige wunderschöne exemplare dabei sind.

natürlich schaue ich, daß sich nichts mehr darin befindet und fand in einer zwei
kleine zettel.
den einen bemalte ich im spätsommer 1986,
der andere ist ein bon aus einem café in frankreich, von 1996.
zum ersten fiel mir meine gute laune ein, die kurze zeit später nie mehr so dahergetappt kommen sollte; als ich erfuhr, daß meine beste freundin ermordet worden war.

der bon aber tillte mich kurz aus, wie beim flippern.
den bekamen wir auf der hinreise nach asturien;
auf der rückreise überlebten wir die "begegnung" mit der geisterfahrerin.

innehalten beim rausverkauf meiner sachen, ein zittern.
später, schwer bepackt auf dem weg ins kommissionsgeschäft aber habe ich gesungen.
laut, schräg und schrullig.

 

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Sonntag, 1. Oktober 2017
hurra!
sonntäglich still in meiner wohnanalage....
doch ich weinte und klatschte laut und gab einige hurra!!
die liveübertragung der ersten gleichgeschlechtlichen eheschließung im rathaus schöneberg hat mich sehr bewegt.
dabei schaute ich immer wieder vom bildschirm auf dich,
mike, mein herzbruder -
auch das brachte mich zum weinen.

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Sonntag, 11. Juni 2017
trennen
mit einem herrlich klingenden tinitus von 1Khz und zwei versprechen begann ich den tag.
ich werde nichts mehr aus plastik kaufen, z.b. sind alle meine vorratsdosen inzwischen aus glas.
keine tüten mehr, keine dekorationen oder sonst etwas aus plastik
und das zweite versprechen....bleibt in mir.
aber sicher.
da mir der mensch auf dem sperrmüllhof es so hübsch erklärt hat, saß ich gestern in einem haufen von kisten, säcken, ordnern und tüten.
trennte sorgfältig: papier, ordner mit metall, ordner mit/aus plastik, dokumentenhüllen, fotos,
dias, kleinkram -
die allerletzten reste der nachlässe und für alles eine eigene tonne.
mir fiel ein schnellhefter in die hände, nochmal ein tagebuch von axel. begonnen 1999, beendet 2011. nur ca. 50 seiten, ausgedruckt und nachträglich von ihm kommentiert.
ich las und las, staunte, fühlte mich aber wieder wie ein störenfried, als täte ich etwas unrechtes. es ist intim, es ist seine privatsphäre.
aber nachdem er schnell und anonym verscharrt wurde, möchte ich folgendes seinen freunden nicht vorenthalten.
er schrieb über den tod und die beerdigung von turner:
mittwoch 12.08.1999
sonnenfinsternis und urnengang:
....gestern nun trafen wir uns mit mehr als 20 anderen freunden aus der alten szene zum "letzten gang". der friedhof ist im wesentlichen eine kriegsgräberstätte.
kein pfarrer, keine andacht noch sonst eine rede. ein städtischer bediensteter mit blauer uniform und berliner wappen auf dem arm, schritt langsam mit der
urne in den händen vor uns her. wir erreichten eine kleine wiese, die sich hinter einer hecke
verbarg.
am ende einer reihe, die sich quer über die wiese zog, war ein kleines loch gebuddelt, worin die urne sogleich verschwand.
es war wie der zufall es wohl wollte genau der zeitpunkt der höchstmöglichen verfinsterung der sonne in diesen breiten.
es wurde erheblich dunkler und ein kühler wind ließ die blätter in den baumkronen rascheln. herzzerreissend war es nicht, aber etwas bedrückend schon.
jeder der anwesenden warf eine handvoll sand hinterher.
h. erfüllte turners letzten wunsch. sie gab ein bund radieschen hinzu, nachdem sie bereits 2 mohnkapseln beigegeben hatte.
das war´s dann.
eine anonymes armengrab ohne blumen, ohne grabstein oder irgendeinen hinweis, ist alles was von ihm bleibt. immerhin hat er den letzten platz in der reihe, am fuß eines alten maulbeerbaumes erwischt. weder seine mutter noch seine schwester waren zur beerdigung erschienen.
 
ich werde mich mit einem monitor in verbindung zu einer überwachungskamera in einem bequemen sarg unter die erde bringen lassen, um mal zu sehen, wer so zu meinem begräbnis erscheint.

 
 
am abend wechselte mein empfinden zwischen dem lächeln über eine erfolgreiche
approbation des einen kindes und dem sehnen nach axel.
dem sehen nach einem abschied, der einen schnitt macht, nach ritualen und gesten.
dann roch sein schnellhefter auch noch so sehr. er lag neben dem bett und - roch gut.
kein wundern dachte ich, als der tinitus mich wachklingelte. kirschen zum frühstück und
ein dokumentation über cary grant halfen auch nicht.
ich las alles noch einmal und entschloß mich dies hier zu schreiben.
teilen....hilft.

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Donnerstag, 13. April 2017
axels heim. (für subi und steven)
wieder in einem hausflur und wieder wird der schritt schwerer, auf jeder weiteren stufe hinauf.
altbau, dunkel und still. aussenklo, jeweils zwei nachbarn müssen sich das teilen.
die tür macht angst, sie ist versiegelt, darauf fällt der erste blick und kurz hast du ein
flashback von mikes tür, der zweite blick sieht die offensichtlich mehrfach gebrochenen hölzer, die reparaturen.
eine geschundene tür.
dementsprechend, denkst du, muß es dahinter furchtbar aussehen.
aber auch wenn es keinen strom mehr gibt, dunkelheit herrscht und auch die türrahmen
hin zu den räumen zersplittert sind, herrscht klarheit.
es duftet, ja es riecht wohlig gut.
diesen guten geruch möchtest du ewig atmen.
und licht gibt es doch. rotes, warmes leises licht.
du schaust auf das bett, die decke ist nur mit einem zipfel zurückgeschlagen, in dem
kopfkissen ist der abdruck seines kopfes.
als ob er mal eben kurz pinkeln gegangen ist, denkst du und fühlst dich wie ein störenfried.
stehst da, mitten im raum und um dich herum verfallen alle ihren aktivitäten.
suchen dies, suchen das und reden.
wie unter wasser hörst du sie, siehst du sie, gehst zum bett und legst deine hand in die kuhle des kopfkissens.
es ist kalt in dem negativ seines kopfes.
für sekunden weinst du, aber nach innen.
dann reihst du dich ein und suchst dies und suchst das.
redest. packst. sortierst. organisierst.
und zuhause, noch viele monate später, hängt der geruch noch immer an seinen dingen.
tröstlich und behütend.
schön.

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Montag, 3. Oktober 2016
ca. 1978, berlin-friedenau, (für anja)
wir sehen wenig horizont,
man könnte meinen alles ist grau.
aber nein, wir leuchten von innen nach aussen.
unter einem braunen jackett oder schwarzem leder blitzt es
bei einigen neonfarbig;
wichtiger ist die energie die uns antreibt.

sammelt sich die truppe zur rückfahrt nach spandau, gehe ich mit an die haltestelle, sitze mit dir auf dem geländer.
wir hören nicht auf zu reden.
bis dann der bus kommt.
ihr habt ja immer einen so langen weg, man sieht sich fast nur am wochenende.
so um 01:00 oder 02;00 nachts sind unsere haare schwärzer als das pflaster.
bedrohlich sehen wir nur aus, wenn unser kichern nicht hörbar ist.

das shizzo - die kleine insel auf unserer insel, fast dreieckig und doch haben wir ein allumfassendes gefühl.
lebenslust, volle kanne, immer mit musik.
ohne die geht garnichts.
phantasie und kreativität sind ungezügelt und frei.
und erst die neugier, auf alles auf jeden mit augen ohren und ganzkörperpogo!

viel vertrauen und die lebensdefinition musik, das blieb bis heute.
pogo gab´s auch noch, im herz und im gefühl.
mit deinem tod ist mir zwar etwas gutes weggebrochen, der boden aber auf dem ich stehe und mit dem ich lebe, ist auch aus unserer freundschaft gebaut.

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Mittwoch, 13. Juli 2016
stachelbeerkompott!
ich tauche in die höhe und schnappe nach luft,
über und über bekleckert mit kompott.
lebensfreude und genuß sind gewillt, wieder bei mir einzuziehen.

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Montag, 16. Mai 2016
die nächte sind am schlimmsten.
halbneun sagt das radio
halbelf halbzwölf und zu den vieruhrnachrichten fahre ich heraus aus dem trost
mit einem lauten NEIN!
in mir ist es düster alle gewesenen farben sind überzogen mit dem stumpfen grau der asche.
ich fühle ihn den morast der mir die haut zieht an mir zerrt mir die knochen bewegt
und meine fingerkuppen versuchen zu halten
was nicht mehr zu halten ist.
aus dem morast steigen stinkende blasen
darum schweige ich.
um ihn legen sich die tage.
stählern schimmernd.
sie halten.
mich?
vielleicht.

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Online seit 3426 Tagen
Letzte Aktualisierung: 2018.06.23, 16:31
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achannemarieatgmx.de
Letzte Änderungen
Nicht hinhören,...
Nicht hinhören, nur aufs eigene Herz. Empathie...
by sid (2018.06.23, 16:36)
danke.
danke.
by ach annemarie (2018.06.23, 15:47)
....jetzt fängt...
....jetzt fängt das wieder damit an, daß...
by ach annemarie (2018.06.23, 15:47)
.
.
by wajakla (2018.06.19, 20:00)
: ((( Ich drück...
: ((( Ich drück Sie.
by sid (2018.06.19, 10:34)

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